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25 Februar

Russische Invasion – 24. Ukraine Frühstücksgespräch

Statement Prof. Olexiy Haran

Die sicherheitspolitische Debatte in Deutschland entspreche nicht den Realitäten der Bedrohung der Ukraine durch Russland. Trotzdem erkenne er die diplomatischen Bemühungen des Westens an, sagt Olexiy Haran, Professor an der Kyjiw-Mohyla-Akademie und Forschungsleiter bei der Ilko Kucheriv Democratic Initiatives Foundation (DIF).

Statement Maria Zolkina

Es gibt seit 2014 eine wachsende Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Sicherheitslage durch Beobachter:innen im Westen und in der Ukraine. Es müsse eine Flugverbotszone („No-Fly-Zone“) über der Ukraine eingerichtet werden. Eine solche Abschirmung könne nicht nur weitere zivile Opfer, sondern auch eine nukleare Katastrophe verhindern. Kampfhandlungen in der Nähe des größten Kernkraftwerks Europas Saporischschja seien bereits registriert worden, so die DIF-Analystin Maria Zolkina.

Statement Nataliia Shapoval

Wirtschaftshilfe der westlichen Partner sei jetzt sehr wichtig. Aufgrund blockierter Seehäfen und Transportwege sei jedoch nicht klar, wie die Mittel für dringend benötigte Güter, etwa Treibstoff für die ukrainische Armee, ausgegeben werden können. Der Ausschluss Russlands von SWIFT sei nicht nur wirtschaftspolitisch bedeutend, sondern auch wegen des klaren Signals einer weitreichenden Isolierung Russlands, erklärt die Wirtschaftswissenschaftlerin Nataliia Shapoval von der Kyiv School of Economics (KSE).

Die bisherigen Sanktionen haben keinen ausreichenden Abschreckungseffekt gehabt. Putin handele angesichts der ökonomischen Krise in Russland irrational und es sei nicht sicher, wie wirksam weitere Sanktionspakete sein werden, räumt Dr. Janis Kluge von der Forschungsgruppe Osteuropa und Eurasien der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ein. Er sagt aber auch: „Selbst wenn nur die geringste Chance besteht, dass etwas funktionieren könnte, müssen wir es versuchen!“

Einen Tag nach der russischen Invasion in der Ukraine fand das 24. Ukraine-Frühstücksgespräch unter dem Titel „Russian invasion of Ukraine: What is the current situation and what can the West do?“ statt. Drei ukrainische Expert:innen sowie ein Wissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) teilten ihre Einschätzung der aktuellen Lage mit dem deutschen Publikum.

Die Ukraine-Frühstücksgespräche sind Teil des Projekts „German-Ukrainian Researchers Network“ (GURN 2) und werden vom Auswärtigen Amt gefördert.

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